Hansestadt Gardelegen

Gardelegener Modellprojekte


In der Nikolaikirche könnten im Freien Kulturveranstaltungen stattfinden. Foto: Hansestadt Gardelegen

Die Hansestadt Gardelegen steht in den Startlöchern: Sie hat beim Altmarkkreis zwei Konzepte eingereicht, die Grundlage für einen Modellprojekt-Antrag des Landkreises sein könnten. Konkret geht es um die Öffnung von Außengastronomie und Kulturveranstaltungen. Mit dem Modellprojekt in der Hansestadt könnten Erfahrungen in gleich zwei Siedlungsstrukturen gesammelt werden: im städtische Bereich des Ortsteils Gardelegen und in den Ortsteilen mit dörflichem Charakter.

1.    Außengastronomie/Einzelhandel: „Wir für uns – ein Test für ein bisschen mehr“


Ziel ist die Öffnung der Außengastronomie sowie die Nutzung des Einzelhandels ohne vorherige Terminvereinbarung. Tests sollen in offiziellen Testzentren, bei teilnehmenden Apotheken und Ärzten gemacht werden können, die dann eine Gültigkeitsdauer von 24 h haben. Schnelltests, die in gastronomischen Einrichtungen vor Ort gemacht werden, wären nach dem Konzept nur für die Aufenthaltsdauer dort gültig.
„Wir sind mit Gastronomen unserer Einheitsgemeinde in Kontakt, die bei einem Start des Modellprojekts dabei sind“, sagt Bürgermeisterin Mandy Schumacher.

„Für uns ist dieses Modellprojekt eine ganz wichtige Perspektive nach diesem katastrophalen Jahr, denn jeder Tag mit wenig Umsatz ist besser als jeder Tag mit null Umsatz“, sagt Andy Jahn, Betreiber der Herr-O-Bar. Mit den Tests werde Sicherheit geschaffen, dazu die Möglichkeit, im Außenbereich mit viel Platz Gastronomie anzubieten. „Wir sind dabei, wenn es losgeht“, sagt Andy Jahn.

Auch Peter Fleig vom Landgasthof Berge begrüßt die Initiative der Hansestadt Gardelegen. „Wenn die Voraussetzungen für Tests geschaffen werden, können wir starten. Wir sind darauf vorbereitet, haben beispielsweise eine digitale Karte.“

„Ich habe sofort zugesagt, als die Anfrage kam“, berichtet Maik Eulenberg vom Napoli. Mit dem besser werdenden Wetter habe die Außengastronomie unter Einhaltung aller Regeln eine Chance verdient. „Es ist super, dass die Hansestadt Gardelegen dieses Konzept beim Altmarkkreis eingereicht hat“, so Eulenberg.

Zusätzlich zu den bereits genannten Testmöglichkeiten will die Hansestadt Gardelegen in der Innenstadt ein Testzentrum einrichten. Unterstützung bei den Testkapazitäten haben drei Apotheken zugesichert: La Vie und Rosenapotheke in Gardelegen und die Apotheke in Mieste. Zudem sollen autorisierte Einrichtungen ebenfalls Zertifikate nach Negativtestungen ausstellen dürfen, dazu gibt es bei potenziellen Partnern, die ihre Mitarbeiter vor Dienstbeginn ohnehin testen, erste Anfragen. Auch am Wochenende könnte sonntags bis 13 Uhr eine Testung möglich werden, dafür hat die Apotheke La Vie sofort ihre Unterstützung signalisiert.

Im Einzelhandel sollen die bisher möglichen Terminvereinbarungen bleiben, jedoch mit Nachweis von negativen Antigen-Schnelltests um spontane Kunden erweitert werden können: 1. Nachweis vorlegen, 2. Ladengeschäft betreten. „Damit würde für unseren Einzelhandel vieles einfacher, aber sicherer werden“, so die Bürgermeisterin.

Da bisher noch keine App-basierte Kontaktnachverfolgung besteht, wird dies wie bisher über Vordrucke erfolgen.

Die Hansestadt Gardelegen ist aber auch vorbereitet für den Start der luca App im Altmarkkreis. „Für die Bürger, die kein Smartphone haben, hat die Einheitsgemeinde bereits Schlüsselanhänger mit Code bestellt, der nur einmal aktiviert werden muss. Wir helfen auch gern dabei“, betont die Bürgermeisterin.

2.    Kultur im Freien: „Wir für uns – ein Test für ein bisschen mehr Kultur“

Bei diesem weiteren Konzept handelt es sich um Veranstaltungen in Kooperation mit dem Verein für Kultur- und Denkmalpflege Gardelegen und Umgebung mit der Örtlichkeit der Nikolaikirche. Kulturveranstaltungen sollen dort mit Sitzmöglichkeiten ausschließlich im Außenbereich für max. 80 Personen stattfinden. Die Besucher benötigen für die Veranstaltungen ein negatives Antigen-Schnelltest-Ergebnis.

Die Apotheke La Vie wird Tests vor Ort vor Veranstaltungsbeginn anbieten.
 „Jeder Test, der in unserer Einheitsgemeinde gemacht wird, ist einer mehr auf dem Weg zu insgesamt mehr Sicherheit. Wir wollen diesen Weg mit unseren Partnern und Bürgern gehen. Wir sind vorbereitet“, sagt Bürgermeisterin Mandy Schumacher. Und sie ergänzt: „Wir sind frohen Mutes, dass es losgeht.“

Antragsteller für ein zeitlich begrenztes Modellprojekt kann gemäß der aktuellen Eindämmungsverordnung nur der Altmarkkreis, nicht die Hansestadt Gardelegen sein.



In der Nikolaikirche könnten im Freien Kulturveranstaltungen stattfinden. Foto: Hansestadt Gardelegen

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