Hansestadt Gardelegen

Ganztägiges stilles Gedenken


Das Gräberfeld der Gedenkstätte. Foto: Hansestadt Gardelegen

Die Hansestadt Gardelegen und die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe laden am 76. Jahrestag des Massakers in der Isenschnibber Feldscheune am Dienstag, 13.04.21, pandemiebedingt zu einem ganztägigen stillen Gedenken ein. Aufgrund der Verlängerungen des Lockdowns bis zum 18. April ist eine terminierte Gedenkfeier nicht möglich.

„Dieser Tag ist auch ohne zentrale Gedenkstunde ein sehr bedeutender in der Hansestadt Gardelegen. Viele Gardelegener und Gäste besuchen die Gedenkstätte an den Jahrestagen, um der Opfer zu gedenken. Das wird nun trotz der aktuellen Umstände auch in diesem Jahr möglich sein“, sagt Bürgermeisterin Mandy Schumacher. Die Bürgermeisterin wird gemeinsam mit dem Stadtratsvorsitzenden Kai-Michael Neubüser im Namen der Hansestadt Gardelegen einen Kranz im Gedenken an die 1016 ermordeten KZ-Häftlinge niederlegen.

Auch Gedenkstättenleiter Andreas Froese verdeutlicht die Bedeutung des Gedenkens am Jahrestag: „Als Gedenkstätte am historischen Tatort und als Begräbnisort für die Ermordeten des Massakers möchten wir den Menschen zum Jahrestag dieses Verbrechens einen Zugang zum historischen Ort und ein privates Gedenken ermöglichen.“ Zwar sei eine öffentliche Veranstaltung pandemiebedingt leider nicht durchführbar, doch unter Einhaltung der Eindämmungsauflagen könne das Außengelände der Gedenkstätte am Jahrestag des Massakers individuell besucht werden. So können am Gedenkstein auf dem Ehrenfriedhof auch Blumen und Gedenkkränze niedergelegt werden.

Zugleich betont der Gedenkstättenleiter, dass die Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen nicht auf formale Rituale zu Jahrestagen beschränkt werden darf, sondern stets mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung verknüpft werden muss. „Die entscheidenden Fragen lauten: Wie waren diese gesellschaftlichen Verbrechen unter bereitwilliger Mittäterschaft großer Teile der Bevölkerung möglich? Was haben die Ereignisse von damals mit uns heute zu tun? Und welche Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gibt es heute in unserer Gesellschaft? Ein kritisches Geschichtsbewusstsein ist hilfreich, um gegenwärtigen Tendenzen der Verharmlosung und Leugnung von NS-Verbrechen entgegenzutreten.“

Das Gräberfeld der Gedenkstätte. Foto: Hansestadt Gardelegen

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