Hansestadt Gardelegen

9200 Eichen behandelt


In Miesterhorst wurden die Bäume mit Fadenwürmern besprüht. Foto: Hansestadt Gardelegen

Fast 9200 kommunale Bäume sind bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in den vergangenen Wochen behandelt worden – mit wirbellosen Fadenwürmern und Bacillus Thuringiensis.

Die wirbellosen Fadenwürmer (Nematoden) haben derzeit augenscheinlich keine Wirkung bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners gezeigt. „Es war ein Versuch – und wir müssen leider feststellen, dass er in Miesterhorst nicht erfolgreich war“, konstatiert Florian Kauer, der sich am Dienstag die Situation vor Ort entlang des Wilhelmkanals ansah. Extrem viele Eichen sind stark vom Eichenprozessionsspinner befallen.

385 Bäume waren innerhalb der vergangenen vier Wochen zweimal mit den Nematoden besprüht worden, die die Raupen durch ein Bakterium innerhalb von 10 Tagen sterben lassen sollten. Stattdessen wimmelt es nun an den Bäumen vor Raupen. Das Forschungsprojekt mit den Fadenwürmern wird von Wissenschaftlern von der Hochschule Anhalt begleitet. „Der Befall an den Eichen ist heftig, aber wir können jetzt leider nicht mehr alternativ chemisch mit dem Bacillus Thuringiensis bekämpfen, weil das erforderliche Larvenstadium überschritten ist“, so Florian Kauer. Nahezu jeder Baum ist betroffen. Nun hilft nur noch die mechanische Bekämpfung. Ab 12. Juli kann frühestens abgesaugt werden, wenn sich die Raupen vollständig in ihre Gespinstnester zurückgezogen haben, so der Fachdienstleiter.

Die Hansestadt Gardelegen hatte große Hoffnung in das Nematoden-Projekt gesetzt, weil diese Art der Bekämpfung in Gewässernähe – und damit im Drömling –  möglich ist.

Am Plattenweg zwischen Kahnstieg und Bleuenhorst sind die Bäume ebenfalls von den Schädlingen befallen. Dort wurde ebenfalls mit Nematoden seitens der Hochschule bekämpft. Am Friedrichskanal zwischen Kahnstieg und Schleusentempel ist der Befall derzeit sehr gering. Dort hatten die Wissenschaftler der Hochschule zahlreiche Nistkästen stationiert, die die Biodiversität stärken sollen.

Doch es gibt auch positive Nachrichten: 8800 kommunale und mehrere hundert private Eichen wurden wie in den Vorjahren im Rahmen der chemischen Bekämpfung mit Bacillus Thuringiensis besprüht. Dabei fressen die Larven das Bakterium mit den Eichenblättern und verhungern im Anschluss. „Und da sieht bisher alles sehr, sehr gut aus. Es ist wenig Fraß zu verzeichnen“, so Florian Kauer optimistisch. Dennoch kann sich das der Befall momentan täglich ändern.

Ab Mitte Juli wird die mechanische Bekämpfung durch Absaugen an besonders betroffenen Bäumen beginnen. Die Hansestadt Gardelegen erhält 2021 rund 120.000 Euro Fördermittel vom Land und finanziert weitere 27.500 Euro aus Eigenmitteln für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

In Miesterhorst wurden die Bäume mit Fadenwürmern besprüht. Foto: Hansestadt Gardelegen

Teilen