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Datum: 09.05.2022

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Mit dem Bakterium Bacillus Thuringiensis und mit wirbellosen Fadenwürmern beginnt die erste Runde im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner 2022 in der Hansestadt Gardelegen. Planmäßig startete die chemische Bekämpfung mit dem Bakterium am 09.05.22 informiert Ordnungsamtsleiter Florian Kauer. Begonnen wird in Gardelegen an der Gedenkstätte. Weiter geht es in Richtung Seethen, Lotsche, Wollenhagen, Lindstedt, Kassieck, Algenstedt, Schenkenhorst und in weiteren Orten. Behandelt werden rund 7500 kommunale Eichen sowie private Bäume, die von ihren Eigentümern zur Bekämpfung angemeldet worden sind.
Optimale Bekämpfungs-Bedingungen herrschen bei Windstille und bedecktem Himmel. Um gute Erfolge zu erzielen, müssen die Bäume mit dem biologisch abbaubaren Insektizid besprüht werden, wenn sich die Larven des Eichenprozessionsspinners im zweiten oder dritten Larvenstadium befinden. Seine Wirkung erzielt das Insektizid, weil die Raupen das Bakterium mit den Eichenblättern fressen und danach verhungern. Pflanzen und andere Tiere werden durch das Bakterium nicht geschädigt. Die chemische Behandlung der kommunalen Bäume finanziert die Stadt mit Eigenmitteln in Höhe von 27.500 Euro.

Nach der chemischen Bekämpfung steht die Erfolgskontrolle an, nach der dann entschieden wird, von welchen Bäumen die gefährlichen Nester abgesaugt werden müssen.

Außerdem gab es bereits am Freitag, 06.05.22, einen zweiten Versuch bei der Bekämpfung mit Nematoden im Bereich Miesterhorst. Im vergangenen Jahr war der Versuch der biologischen Bekämpfung mit den wirbellosen Fadenwürmern an 385 Eichen erfolglos geblieben. Dennoch führt die Hochschule Anhalt das Projekt fort, denn für repräsentative Forschungsergebnisse ist eine erneute Versuchsreihe notwendig. Die Nematoden dringen im Idealfall in die Eichenprozessionsspinnerraupen ein und setzen ihr mitgeführtes Bakterium frei. Das Bakterium vermehrt sich und tötet die Raupen innerhalb von 10 Tagen – in allen Larvenstadien. Da es sich um ein biologisches Verfahren handelt, kann es auch in Gewässernähe, beispielsweise an Rad- und Wanderwegen im Drömling, angewendet werden.