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Datum: 31.10.2022

Stipendium für Studenten der Zahnmedizin

Die Hansestadt Gardelegen geht nach dem Gardelehrer-Stipendium nun mit einem Zahnarzt-Stipendien-Programm in Zusammenarbeit mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KZV LSA) erneut einen Weg als Vorreiter in Sachsen-Anhalt. „Wir wollen für unsere Stadt einen Schritt nach vorn machen – das hat bei Gardelehrer gut funktioniert und deswegen sind wir auch bei diesem Projekt optimistisch“, sagt Bürgermeisterin Mandy Schumacher..

Mit der frisch unterzeichneten Kooperationsvereinbarung haben Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher und die Vorstände der KZV LSA, Dr. Jochen Schmidt und Dr. Bernd Hübenthal, den Startschuss für ein erstes stadteigenes Stipendienprogramm gesetzt: Ab sofort können sich Studierende der Zahnmedizin jeder beliebigen deutschen Universität auf ein mit 500 Euro monatlich ausgeschriebenes Stipendium der Hansestadt bewerben. Die monatliche Förderung erfolgt pauschal und ist nicht zweckgebunden. Im Gegenzug verpflichtet sich der Stipendiat bzw. die Stipendiatin, nach dem Studium mit eigener Praxis oder als angestellter Zahnarzt in Gardelegen tätig zu werden – gern permanent, aber mindestens entsprechend des Förderzeitraumes während des Studiums.
Bewerbungen können (samt Abiturzeugnis, Nachweis über die Zulassung zum Zahnmedizinstudium an einer Universität in der Bundesrepublik Deutschland, Motivationsschreiben und Lebenslauf) bis zum 31. Oktober des Jahres postalisch eingereicht werden an

Hansestadt Gardelegen
Bürgermeisterin
Rudolf-Breitscheid-Straße 3
39638 Gardelegen

Eine Bewerbung ist auch per Mail im PDF-Format an veronika.thiele@gardelegen.de möglich.

"Wir sind stolz, dass wir die erste Stadt sind, mit der eine solche Kooperation zu Stande gekommen ist, denn nur gemeinsam werden wir diese Herausforderung schultern. Ich freue mich auf viele Bewerbungen“, so Mandy Schumacher. Der Stadtrat hatte die Stipendienvergabe befürwortet. Die Situation in der Einheitsgemeinde ist eindeutig: Von 12 Zahnärzten werden in zwei Jahren maximal nur noch 7 praktizieren.

„Wir freuen uns außerordentlich, dass Gardelegen unsere Bestrebungen zur Nachwuchssicherung unterstützt!“, erklärt KZV-Vorstandsvorsitzender Dr. Jochen Schmidt. „Damit treten wir zur Nachwuchsförderung erstmalig in Kooperation mit einer Stadt – vergleichbares gab es bisher nur auf Kreisebene. Wir hoffen natürlich darauf, dass hier ein Trend entsteht! Derartige Zusammenarbeit ist ein Win-Win für alle Beteiligten. Studierenden werden die Sorgen über die Bestreitung der Lebenshaltungskosten während der Ausbildung genommen und Gardelegen wirkt einem möglichen Versorgungsengpass in der örtlichen Zahnmedizin entgegen. Frühzeitig qualifizierten zahnmedizinischen Nachwuchs zu binden, wird für viele Teile Sachsen-Anhalts zu einer immer größeren Priorität.“

Die Hansestadt Gardelegen finanziert das monatliche Stipendium bis zum Physikum, die KZV übernimmt die folgenden praxisbezogenen Semester. Die KZV ist aufgrund eines bereits erprobten Verfahrens für die Auswahl der Stipendiaten zuständig und betreut diese bis zum Ende ihres Studiums mithilfe eines Mentoring-Programms.

HINTERGRUND
Von den niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten, die heute in Ruhestand gehen, findet nur jede zweite bzw. jeder zweite eine Nachfolge für die eigene Praxis. 50 Prozent der Praxen scheiden somit endgültig aus der Versorgungslandschaft aus – mit den entsprechenden Konsequenzen für das Praxispersonal und die Patientinnen und Patienten.

Aufgrund der Altersstruktur der Zahnärztinnen und Zahnärzte in Sachsen-Anhalt wird dieses Missverhältnis in den kommenden Jahren noch dramatischer. In weniger als zehn Jahren werden von den circa 1.600 Zahnärztinnen und Zahnärzten im Land kaum mehr als 800 verbleiben.

Um dem drohenden Zahnarztmangel im Land zu begegnen, vergibt die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KZV) – als erste KZV bundesweit – beginnend zum Wintersemester 2022/23 jährlich zwölf Stipendien für Studienplätze der Zahnmedizin an der ungarischen Universität Pécs. Dazu kommen im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen weitere Förderungsmöglichkeiten auf Kreis- und Kommunalebene.