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Datum: 05.10.2021

Erneute Bekämpfung des Prozessionsspinners

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners geht 2021 in eine dritte Runde. Hintergrund ist, dass noch Landesmittel zur Verfügung stehen und somit eine weitere Ausschreibung möglich ist, informiert Florian Kauer, Leiter des Ordnungsamtes. Im Zuge der anstehenden Bekämpfung geht es darum, alte Nester von kommunalen Eichen zu entfernen, da die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners auch Jahre später allergische Reaktionen auslösen können. Es steht eine Summe zur Verfügung, die für das Absaugen von rund 1500 Bäumen reicht.

Die Hansestadt Gardelegen hat 2021 bereits so viele Bäume behandelt wie noch nie. Bei der chemischen Bekämpfung im Frühjahr wurde auf 9500 Eichen der biologisch abbaubare Bacillus Thuringiensis gesprüht, den die Raupen mit den Eichenblättern fressen und danach verhungern. Es war das dritte Mal, dass die Hansestadt Gardelegen auf diese Art der Bekämpfung setzte „und jetzt sieht man, dass die kontinuierliche Bekämpfung Wirkung zeigt“, resümiert Florian Kauer. „Dort wo Bacillus Thuringiensis eingesetzt wurde, ist meistens kein oder nur geringer Befall zu verzeichnen“, ergänzt der Ordnungsamtsleiter.

Einen Misserfolg verzeichnete die Hansestadt Gardelegen bei der erstmaligen biologischen Bekämpfung mit Fadenwürmern in einem Forschungsprojekt mit der Hochschule Anhalt in Miesterhorst. Die 300 Eichen waren trotz des Besprühens mit den kleinen Nützlingen schwer befallen – die Nester mussten später abgesaugt werden. Ähnlich schlecht wie in Miesterhorst fielen die Nematoden-Ergebnisse auf Versuchsflächen im Biosphärenreservat Drömling aus. Dennoch soll es 2022 einen zweiten Projektversuch mit den Wissenschaftlern geben, denn die Hansestadt Gardelegen setzt in diese Art der Bekämpfung Hoffnung, da sie auch in Wassernähe möglich wäre – wichtig für betroffenen Bäume an Gräben und im Biosphärenreservat. Die Nematoden-Bekämpfung schlug mit 5000 Euro zu Buche.

Die höchsten Kosten fallen jedes Jahr für die extrem aufwändige mechanische Bekämpfung mittels Absaugen an. 300 kommunale Bäume wurden im Sommer von den Schädlingen befreit, darunter die der Nematoden-Bekämpfung in Miesterhorst sowie Eichen in den Bereichen Dannefeld und Algenstedt. Florian Kauer lobte die gute und vor allem schnelle Zusammenarbeit mit Ortsbürgermeistern der betroffenen Ortsteile.

Unter Berücksichtigung der neuerlichen Ausschreibung werden am Ende des Jahres insgesamt 207.000 Euro in die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners geflossen sein, davon 27.500 Euro Eigenmittel der Hansestadt Gardelegen und 179.500 Euro Fördermittel.
Aktuell werden die Ausschreibungsergebnisse erwartet: „Wir stehen in den Startlöchern und sind bereit. Alle Karten mit Bedarf fürs Absaugen sind auf einem aktuellen Stand“, so Florian Kauer.